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Passo San Jorio

«Magisch, einfach magisch» pflusterte eine Teilnehmerin in September 2018 am frühmorgendlich Stimmung oberhalb den Passo San Jorio. 

«Eine Hand auf Adria (Afrika), eine Hand auf Europa»: wir wandern zum einmaligen speziellen Aufschluss der Insubrischen Linie am Joriopass, oberhalb von Bellinzona. In der 3-tägige Tour (Variante 1 unten) besuchen wir den Aufschluss des Peridotit am Alpe d’Albion und laufen entlang dem historische «Eisenweg» (Via di Ferro) in der Valle Morobbia. Wir sind meistens auf 2000 müM und übernachten auf der italienischen Seite in der heimeligen Rifugio San Jorio. Diese Alpenwanderungen ist nicht anstrengend, wir lassen uns Zeit, um die Dimensionen der Erdbewegung zu erfahren. Die Wege sind einfach (T3), aber Trittsicherheit ist erforderlich. Diese Exkursion kann (fast) jederzeit mit Gruppen ab 4 Leuten geführt werden.

Variante 1: «Wo Kontinente sich berühren» – Passo San Jorio – Via del Ferro (3 Tage)

Tag 1: Treffpunkt vor den Bahnhof Bellinzona, wir fahren mit Minibus (Taxi) nach «Galleria» Monte Laura (Alpe di Caldinello, 1770 müM). Dann wandern ohne Eile zum Aufschluss des Peridotits am Alp d’Albion mit den rosarote Metarodingit-Kristalle. Weiter zum Grat Cima della Cicogne und dann entlang dem alten Schmugglerweg zum Passo San Jorio (2012 müM). Hier beobachten wir, wie der Albit im «Melirolo Augengneiss» immer grösser wird, bis wir in den eigentlichen insubrischen Zone kommen: da, wo der adriatische-afrikanische und der alte europäische Kontinent sich berühren. Auf der südlichen Seite finden wir nicht metamorphen Dolomit und Rauhwacke. Wir Übernachten auf der italienischen Seite im heimeligen Rifugio San Jorio.
Während zwei Wochen in September ist die grosse Hirschpopulation der Gegend in Hochform. Wir hörendas Röhren bereits unterwegs und nahe des Rifugio kann man in den Abend- und Morgenstunden mit etwas Glück Hirsche beobachten.

Tag 2: Mit den Gepäck ins Rifugio gelassen, wir machen eine Rundtour nur mit leichten Tagesrücksack in grossem Bogen hinauf zur Marmontana, dem höchsten Punkt der Tour. Von der Marmontana aus sieht man auf den Lago di Como hinunter und ins Veltlin hinein. Falls Wetter erlaubt, erweitern wir diese spektakulären Gratwanderung zum schönen Bergseen «Laghit de la Boga», und dann wieder zurück ins Rifugio.

Tag 3: Jetzt laufen wir voll auf der adriatischen («afrikanischen») Südalpen-Seite über die alte Weg den Valle Albano hoch zur Bocchetta di Sommafiume. Dort treffen wir den «Via del Ferro» der alte Bergweg für Eisentransport nach Comosee. Wir gehen diese Weg hinunter zu Alpe di Giumello (August-Mitte September hervorragend Käse!). Hier erwartet unser Bergtaxi, welche uns hinunter in den Valle die Morobbia fährt, mit eine Aufenthalt vor Carena, frische archäologische Ausgegrabung mit reichliche Infotaffel ausgestattet Eisenofen «Al Maglio» (Hammerschmiede) bei Carena, Valle Morobbia.

Nachher zu der letzte Aufschlüsse des Insubrische Linie und hinunter zur Magadinoebene und der Bahnhof Bellinzona.

Im Spätseptember ist diese Variante von «per pedes Bergferien» organisiert, siehe Geologie-Hirsche-Eisen.

Variante 2: «Passo San Jorio/Valle Morobbio mit per pedes Bergferien, 13.-14. September 2025 (2 Tage)
Die Hochebene weit oberhalb Bellinzonas hält weit mehr, als sie verspricht. Einerseits befindet man sich hier in einem der geologisch interessantesten Gebiete von ganz Europa. Während das Gepäck zur Hütte transportiert wird, wandern wir entlang einiger Punkte, wo man mit einem Bein noch in Europa und mit dem anderen – geologisch gesehen – bereits in Afrika steht, und auch der ehemalige Erzabbau hat Spuren hinterlassen. Andererseits bringt eine interessante Geologie auch eine interessante Flora und Fauna hervor – was wir ebenfalls untersuchen. Dazu gibt es noch kulturelle Leckerbissen: vom ehemaligen Schmugglerpass über die Spuren der Militärbauten der italienischen Linea Cadorna aus dem ersten Weltkrieg.
bis zur traditionellen Alpbewirtschaftung auf der italienisch-schweizerischen Grenzlinie.
 1. Tag:  Vom europäischen auf afrikanischen Boden hinüber, Wanderzeit ca. 3 1/2 Std., Höhendifferenz Aufstieg 500 m und Abstieg 340 m. Von Bellinzona bringt uns ein Alp-Taxi hinauf auf 1800 m, wo wir die Wanderschuhe schnüren. Währenddem das Übernachtungsgepäck zur Hütte gebracht wird, machen wir uns mit dem Tagesrucksack auf zu geologisch und kulturell interessanten Punkten. Auf unserem Weg beobachten wir Gesteinsabfolgen, die uns 80 km! tief in der geologischen Geschichte von Alt-Europa führen. Aber auch sonst gibt es viel zu entdecken unterwegs. Übernachten werden wir in einer im Frühling 2022 fertiggestellten, neuen Hütte eines Tessiner Alpenvereins. Wer Lust hat, kommt am späteren Nachmittag noch auf eine interessante Rundtour in der Hüttenumgebung.
 2. Tag:  Blick ins Veltlin, Erzgewinnung und Naturwunder, ca. 4 1/2 Std., Auf- und Abstieg 640 m. Nach dem Frühstück geht es mit dem Tagesrucksack bergwärts. Das Übernachtungsgepäck lassen wir in der Hütte. Die erste Etappe führt uns hinauf zur Italienischen Grenze, wo wir genau auf der «Insubrischen Linie», der geologischen Grenze zwischen Alt-Europa und Alt-Afrika stehen. Die Aussicht hinunter auf das Tessin und das Veltlin, sowie hinein in die Walliser und Berner Alpen ist spektakulär. Vom Grenzkirchlein geht es hinunter ins hinterste Valle Morobbia. Mehrere hundert Jahre lang wurde hier eisenhaltiges Gestein abgebaut und etwas weiter unten verarbeitet. Wir entdecken spezielle Botanik, haben seltene Gesteine unten den Füssen und gelangen durch wunderbare Berglandschaft wieder zurück zu unserer Unterkunft und zur Fahrstrasse, wo wir das Übernachtungsgepäck ins Taxi laden und hinunter zum Bahnhof Bellinzona transportiert werden.

Variante 3: «Jorio Ost» – Insubrische Linie beim Dosso del Liro und Livo (IT) (3 Tage)

Tag 1: Wie Variante 1, Übernachtung im Rifugio San Jorio.

Tag 2: Anfang wie Variante 1, hinauf zum Marmontana, Gratwanderung zum Bochetta del Lago, hinunter Piazzolo unt Vicino vorbei, Brücke über den Torrente del Liro nach Dosso del Liro. Wir kreuzen die Insubrische Linie, aber meist ist sie verdeckt. Erst gegen Dosso del Liro wandern wir am frischen Aufschluss des Tonalit vorbei und suchen den Kontakt mit dem Südalpinen Dolomit. Wir übernachten bei Mariella im schönen Agriturismo «La Fonte di Mariella» (hauseigenen frische Gemüse!, neuen Zimmer mit Dusche!).

Tag 3: Nach einen gemütlichen Frühstück gehen wir einem Teilstück der «Via dei Monti Lariani» entlang und verweilen auf einem der schönsten Aufschlüssen der Insubrischen Linie mit drei kleinen Bächlein auf dem Weg. Dann Weiterlaufen bis Pèglio und verweilen in der Trattoria «Sant› Anna» in Livo. Danach besuchen wir den klassischen «Schlucht-»Aufschluss der Insubrischen Linie (Livo). Zurück zum Trattoria Sant› Anna für Zmittag und Bus oder Taxi bis zur Busshaltestelle Gravedona. Den SBB «Palm-Express» nach Bahnhof Lugano.