Passo San Jorio und die Insubrische Linie: Afrika-Adula/Europa

         


Tag
«Magisch, einfach magisch» pflusterte eine
Teilnehmerin in September 2018 am frühmorgendlich Stimmung oberhalb den Passo San Jorio. Drei Tage mit viel Geologie, hervorragenden Aussichten und Via del Ferro.
Tag 1: Der Bergtaxi fährt uns vom Bahnhof
Bellinzona zum Beginn unserer Wanderung auf dem alten Schmugglerpfad vorbei an einer weltweit einzigartigen Geologie. Diese spezielle Geologie auf dem Weg zum Passo wird für jeden verständlich erklärt. Und am Passo stehen wir tatsächlich dort, wo der alte Adria-Afrika Kontinent auf den alten europäischen Kontinent trifft. Unglaublich, aber unter unseren Füssen deutlich sichtbar und mit unseren Händen anfassbar!
Übernachtungen in der familiäre Rifugio San Jorio (Italien).
Tag 2: Rücksäcke bleiben in Rifugio San Jorio, wir gehen auf Gipfelsturm Marmontana und besuch der Jewelenseelein Laghit de la Boga! Oder einfach verweilen um die Capanna.
Tag 3:  Gemütliche Wanderung entlang der Via del Ferro zum Valle Morobbia. Der Bergtaxi bringt uns zur archäologisch rekonstruierten "Il Maglio" - Hammerschmiede bei Carena und dann zurück nach Bellinzona Stazione.

ppb Joriopass
Die Hochebene weit oberhalb Bellinzonas hält weit mehr, als sie verspricht. Einerseits befindet man sich hier in einem der geologisch interessantesten Gebiete von ganz Europa. Während das Gepäck zur Hütte transportiert wird, wandern wir entlang einiger Punkte, wo man mit einem Bein noch in Europa und mit dem anderen – geologisch gesehen – bereits in Afrika steht, und auch der ehemalige Erzabbau hat Spuren hinterlassen. Andererseits bringt eine interessante Geologie auch eine interessante Flora und Fauna hervor – was wir ebenfalls untersuchen. Dazu gibt es noch kulturelle Leckerbissen: vom ehemaligen Schmugglerpass über die Spuren der Militärbauten der italienischen Linea Cadorna aus dem ersten Weltkrieg
bis zur traditionellen Alpbewirtschaftung auf der italienisch-schweizerischen Grenzlinie.

2-Tage Variante
            1. Tag: Vom europäischen auf afrikanischen Boden hinüber, Wanderzeit ca. 3 1/2 Std., Höhendifferenz Aufstieg 500 m und Abstieg 340 m. Von Bellinzona bringt uns ein Alp-Taxi hinauf auf 1800 m, wo wir die Wanderschuhe schnüren. Währenddem das Übernachtungsgepäck zur Hütte gebracht wird, machen wir uns mit dem Tagesrucksack auf zu geologisch und kulturell interessanten Punkten. Auf unserem Weg beobachten wir Gesteinsabfolgen, die uns 80 km! tief in der geologischen Geschichte von Alt-Europa führen. Aber auch sonst gibt es viel zu entdecken unterwegs. Übernachten werden wir in einer im Frühling 2022 fertiggestellten, neuen Hütte eines Tessiner Alpenvereins. Wer Lust hat, kommt am späteren Nachmittag noch auf eine interessante Rundtour in der Hüttenumgebung.
            2. Tag: Blick ins Veltlin, Erzgewinnung und Naturwunder, ca. 4 1/2 Std., Auf- und Abstieg 640 m. Nach dem Frühstück geht es mit dem Tagesrucksack bergwärts. Das Übernachtungsgepäck lassen wir in der Hütte. Die erste Etappe führt uns hinauf zur Italienischen Grenze, wo wir genau auf der «Insubrischen Linie», der geologischen Grenze zwischen Alt-Europa und Alt-Afrika stehen. Die Aussicht hinunter auf das Tessin und das Veltlin, sowie hinein in die Walliser und Berner Alpen ist spektakulär. Vom Grenzkirchlein geht es hinunter ins hinterste Valle Morobbia. Mehrere hundert Jahre lang wurde hier eisenhaltiges Gestein abgebaut und etwas weiter unten verarbeitet. Wir entdecken spezielle Botanik, haben seltene Gesteine unten den Füssen und gelangen durch wunderbare Berglandschaft wieder zurück zu unserer Unterkunft und zur Fahrstrasse, wo wir das Übernachtungsgepäck ins Taxi laden und hinunter zum Bahnhof Bellinzona transportiert werden.

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